Kommt Ihnen dieser ermahnende Satz bekannt vor? Sicherlich liegt die Vermutung nahe, dass sich Kinder in einer Pfütze erkälten können. Ohne Frage werden auch die Klamotten beim munteren Hineinspringen nicht ohne Gebrauchsspuren bleiben.
Dennoch sind solche „sensorischen Sensationen“ notwendig, damit sich die Kinder ganzheitlich und gesund entwickeln können. Der „Motor“ der kindlichen Entwicklung ist der unsagbare „Hunger“ nach vielfältigen Bewegungsanlässen. Von Geburt an erfahren Kinder ihre Umwelt über Bewegung. Bewegung eröffnet eine aktive Auseinandersetzung mit der Welt, die Einsicht in Zusammenhänge, die Erkenntnis von Ursache und Wirkung oder auch das Erfahrens der eigenen Wirksamkeit.
Pfützen stellen für Kinder herausfordernde Bewegungsverführungen dar, zu denen man sie nicht motivieren muss, sondern die sie nutzen, wann immer sie Gelegenheit dazu haben. Aufgabe der Erwachsenen ist es, solche komplexen Bewegungserfahrungen zuzulassen, damit das Kind seinem natürlichen Bewegungsbedürfnis nachgehen und mit allen Sinnen lernen kann.
Gerade in der heutigen Zeit, in der sich Kinder immer mehr statisch passiv sitzend in den Einfluss der multimodalen Spiel- und Informationstechnologie begeben und somit Erfahrungen aus „zweiter Hand“ sammeln, ist es wichtig, den neugiergesteuerten Erkundungsdrang der Kinder nicht auszubremsen, indem man Bewegung verhindert.
Kinder sind keine kleinen Erwachsenen, sie sind Heranwachsende in unserer Gesellschaft. Nicht nur Muskel- und Skelettsystem müssen sich erst entwickeln, auch das Immunsystem muss sich nach und nach entfalten. Dafür benötigt es jedoch entsprechende Reize, sonst wird es später sehr anfällig sein. Ein Fernhalten jeglicher Bakterien, Viren und anderer Erreger ist daher nicht sinnvoll und trägt folglich nicht zum Schutz des Kindes bei.
Vor diesem Hintergrund kann der Bewegung an der frischen Luft eine besondere Bedeutung beigemessen werden.