Gemäß DIN-Norm 58124 wird empfohlen, dass das Gewicht des Schulranzens 10 bis 12,5 % des Körpergewichts des Kindes nicht überschreiten sollte, um irreparable Haltungsschäden zu vermeiden.
Doch woher stammen diese Werte?
Nachforschungen haben ergeben, dass die Empfehlung aus der Zeit vor dem Ersten Weltkrieg stammt. Sie bezog sich darauf, wie schwer der Tornister eines Rekruten sein durfte, damit Langzeitbelastungen (Märsche über 20 km) ohne muskuläre Ermüdungserscheinungen zu absolvieren sind.
Diesen Wert auf das Schulranzengewicht der Kinder anzuwenden, erscheint äußerst unrealistisch und ist wissenschaftlich nicht zu begründen.
Eine Studie der Universität des Saarlandes[1] untersuchte in diesem Zusammenhang, inwiefern sich ein Ranzen, der deutlich schwerer ist als die angegebenen 10%, auf die Körperhaltung von Grundschülern auswirkt. Jeder Ranzen wog im Durchschnitt 17,2 Prozent des Körpergewichts der Kinder. Die Aufgabe der Schüler bestand darin, mit dem Ranzen auf dem Rücken einen Hindernis-Parcours zu absolvieren. Dieser sollte einen „anstrengenden Schulweg“ simulieren. Obwohl der Ranzen deutlich schwerer als die empfohlenen 10% war, konnten keine nennenswerten Ermüdungserscheinungen der Rumpfmuskulatur beobachtet werden. Vielmehr führte das höhere Schulranzengewicht zu einer vermehrten Anspannung der Bauch- und Rückenmuskulatur, um den Körper zu stabilisieren.