Na klar, Jungen sind anders als Mädchen und haben andere Bedürfnisse. Dennoch merken Forscher kritisch an, dass sich Jungen und Mädchen nicht in ihrer Lust zu toben unterscheiden und genauso gerne rangeln – wenn sie es denn dürfen. Überspitzt dargestellt, gelten Mädchen in unserer Gesellschaft als artig und hilfsbereit, sie spielen mit Puppen und lieben die Farben Rosa und Pink. Jungen hingegen sind laut und frech, sie bevorzugen es, mit ihren Kumpels zu rangeln und zu raufen, um so ihre Kräfte zu messen.
Toben und Raufen sind motorische Grundbedürfnisse von Kindern. Ihnen kann eine besondere Bedeutung hinsichtlich der kindlichen Gehirnentwicklung zugeschrieben werden. Spielen regt die Nervenzellen an, sich miteinander zu verbinden und bildet somit die Basis für zukünftige Lernprozesse. Aus dünnen Nervenzweigen entstehen allmählich immer dickere und festere Verbindungen im kindlichen Gehirn.
Bei solchen sehr komplexen Bewegungshandlungen, wie Toben und Raufen, lernen die Kinder, den eigenen Körper dosiert einzusetzen und Verantwortung für sich selbst und den Partner zu übernehmen. Sie verbessern ihr Körperbewusstsein, werden selbstbewusster – auch im Umgang mit den eigenen Schwächen.
Voraussetzung ist, dass man die Kinder toben und rangeln lässt und solche vermeintlich gefährlichen Spiele nicht vorschnell unterbindet.