Für viele Eltern ist es nur schwer vorstellbar, dass Kinder ihre Hausaufgaben konzentriert erledigen können, obwohl lautstark die Musik durch die geschlossene Zimmertür tönt. In unserer Gesellschaft ist noch immer die Meinung vorherrschend, dass effektives Lernen nur in einer ruhigen Umgebung stattfinden kann.
Doch neueste Erkenntnisse sprechen dafür, dass die Lieblingsmusik der Kinder die Konzentrationsfähigkeit beim Erledigen der Hausaufgaben oder beim Lernen nicht einschränkt. Eine Studie der Technischen Universität Dortmund zeigt, dass sich Schüler, die still arbeiten, genauso konzentriert lernen können, wie Schüler, die ihre Lieblingsmusik im Hintergrund hören. An der Studie nahmen 88 Schüler teil, die in zwei – hinsichtlich der Leistungsfähigkeit – homogene Gruppen geteilt wurden. Die eine Gruppe arbeitete still, die andere durfte Musik hören. Beide Gruppen absolvierten nacheinander einen Intelligenz- und einen Mathetest.
Die Forschergruppe begründet die doch sehr überraschenden Ergebnisse dahingehend, dass sich Schüler in der heutigen Zeit an die permanente sensorische Reizüberflutung (MP3-Player, Internet etc.) gewöhnt haben. Das Gehirn sei demnach in der Lage, relevante von weniger relevanten Reizen zu selektieren, sodass der Geräuschpegel quasi abgeschaltet wird.