Prof. Dr. Fulbert Steffensky (geb. 1933) studierte katholische und evangelische Theologie und lebte 13 Jahre lang als Benediktinermönch in der Abtei Maria Laach. 1969 konvertierte er zum lutherischen Glauben und heiratete die evangelische Theologin Dorothea Sölle. Er war lange als Lehrer und in der Seelsorge tätig. Nach seiner Promotion in Erziehungswissenschaften war er Professor für Religionspädagogik mit dem Schwerpunkt religiöse Erziehung in posttraditionalen Gesellschaften an der Universität Hamburg. Er zählt zu den großen, spirituell inspirierenden Autoren der Gegenwart und ist ein gefragter Referent bei Kongressen und Kirchentagen.
Warum sind Großeltern im Leben unserer Kinder unverzichtbar? Und welche besondere Kraft geht von dieser Beziehung aus? Das beantwortet der Theologe und Erziehungswissenschaftler Fulbert Steffensky in seinem inspirierenden Vortrag.
Neben allgemeinen Überlegungen und Assoziationen zum Thema „Großeltern- Sein“ erzählt er von seinen persönlichen Erlebnissen als Großvater: „Enkelkinder machen ihre Großeltern jünger, alberner, verliebter.“ Sie sind einander Lehrer und Lernende. Mit ihrer manchmal ganz eigenen Meinung bieten Großeltern wichtige Widerstände, an denen die Enkel sich reiben und sich selbst entdecken. Schließlich erfahren sie aber auch von der Gebrechlichkeit und Endlichkeit des Lebens. Für Kinder wird dadurch das Leben manchmal sogar überschaubarer: Das Leben hat einen Anfang und ein Ende.
Durch die steigende Lebenserwartung sind wir fast ein Drittel unseres Lebens Großeltern, stellt Steffensky fest. Das ermöglicht mehr bewusste Zeit, sich der „letzten großen Liebe“ zu widmen. In Zeiten materiellen Überflusses können gerade Großeltern die eigentlich kostbaren Dinge des Lebens schenken: Aufmerksamkeit, „Einfach-nur-da-sein“, Zuwendung und bedingungslose Liebe. Der zweite Teil des Vortrags widmet sich der religiösen und spirituellen Erziehung, die sich dem Kind vor allem in Riten und äußeren Ritualen erschließt. Steffenskys Vortrag ermutigt Großeltern (und die, die es werden wollen), den Enkeln mehr vom eigenen Leben mitzugeben und ruhig mal ab und zu einen Ausflug in die Welt der „Jüngsten“ zu unternehmen.